Jenseits von Italien

Es gibt nichts Undankbareres, als über eine Gegend zu schreiben, die keiner kennt.

Denn unbekannt bedeutet praktisch nicht existent.

Dennoch empfand ich beim Reisen und Schreiben tiefe Dankbarkeit. Darüber, in die wunderbare Landschaft einzutauchen, über freundliche Menschen, unverbaute Küste, gelassene Stimmung an Stränden und über zahllose Schätze auf selten beschrittenen Pfaden.

Jemand sagte mir einmal, das Beste am Cilento sei, dass hier nichts getan werden müsse. Für mich eine ziemlich perfekte Umschreibung von Entspannung.

Ach, fast hätte ich es vergessen: Der Cilento existiert. Er ist ein Nationalpark in Süditalien und gehört zur Region Kampanien mit der Hauptstadt Neapel.

Prodotti tipici – Zauberwort für Genießer

Der Cilento besitzt viele Vorzüge. Dazu zählt gewiss, dass sich Reisende allerorten mit leckeren Dingen versorgen können – aus erster Hand und von vorzüglicher Qualität.

Der Cilento ist Bauernland, und was die Erde hergibt, landet in der Regel ohne Umschweife in den Kühlregalen der örtlichen Supermärkte oder in den Küchen der Restaurants. Fast jedes Dorf führt außerdem ein kleines Geschäft, das sich auf den Vertrieb regionaler Produkte – prodotti tipici – spezialisiert hat: frischer Büffelmozzarella aus Paestum, herzhafte Wurst aus Gioi, handgefertigte Pasta aus Felitto oder trockene Weine aus Prignano.

Vielerorts wird darüber hinaus Olivenöl produziert. Wobei es in den Familienbetrieben längst nicht mehr so altertümlich zugeht, wie nebenstehender Hauskeller in Pisciotta vermuten lässt.

Bilderbogen Cilento